Knapper geht’s nicht mehr!
-Werner Schmidiger– Für zahlreiche Turnveteraninnen und Turnveteranen gilt der erste Mittwoch im November als „heilig“. An diesem Nachmittag wird nämlich nichts anderes in den Agenden stehen als das Plausch-Jassturnier der ETVV Bern-Mittelland. So durfte „Jasspapst“ Urs Holzer auch heuer zwei Jasserinnen und 18 Jasser zur 21. Austragung dieses traditionellen Stelldicheins an den Jasstischen begrüssen. Bereits nach der ersten von 10 Spielrunden musste der gestrenge Spielleiter mahnende Worte an die gut gelaunte Schar richten: „ We dier so wiiterfahret, geit’s füüf Stund“, lautete sein Weckruf.
So lange wollte dann wohl niemand auf den anschliessenden Pizzaplausch warten und es ging plötzlich etwas zügiger vorwärts. Die berüchtigten Zwischenrufe und Kommentare liessen nicht lange auf sich warten. So war zu hören: „Bisch grad e chli höch dri mit dim Trumpf“…, die Antwort folgte postwendend: „Säg doch das sig e Frächheit!“. Als der Spielleiter schon bald wegen unleserlicher Schrift auf den Resultatblättern erneut intervenierte, konterte einer spontan: „De müesst er halt z’nächscht Jahr no Tipp Ex verteile“. Aus einer anderen Ecke tönte es: „Du bisch e Schmierfink!“.
„Geislechlöpfe“ nötig
Die Plaudereien und der zunehmende Lärmpegel während oder zwischen den Runden brachten wieder Urs auf den Plan: „Wei mer jasse oder schnure?“, rief er in die Runde. – Hoppla! Ob sich in der Folge die Jassfreaks an eine Aufforderung des „Jasspapstes“ erinnerten? „Zwe Zacke zuelege“, hiess es nämlich bereits nach einer Stunde. Keine Ahnung, aber jedenfalls nahm die Rangliste etwas schneller Konturen an und zeigte erste Tendenzen. Ein gutes halbes Dutzend der Teilnehmenden konnte sich vor der Schlussrunde noch Hoffnung auf einen Spitzenrang machen. Doch einmal mehr spielte der allseits (un-?) beliebte „Differenzler“ für ein Trio Spielverderber (nur 6-8,5 Punkte). Andere trumpften mit Spitzenwerten auf (13 oder 13,5 Punkte) und hielten die Spannung hoch.
Hauchdünne Podest-Entscheidung
Ganz vorne zeichnete sich bis zuletzt ein Zweikampf zwischen Ruedi Strüby und Brigitte Hirter ab. Beide waren nach Runde 9 punktgleich am Tabellenkopf. Kurt Gimmel, bis anhin Dritter, konnte dank eines sehr guten „Differenzlers“ (12 Punkte) Brigitte noch überholen.
Bravo Ruedi!
Ruedi Strüby liess sich aber den fünften Sieg (!) in Folge nicht mehr entreissen. Mit dem kleinst möglichen Vorsprung von 0,5 Punkten sicherte er sich damit den definitiven Gewinn des vor 5 Jahren ausgesetzten Wanderpreises. Er will den Pokal aber nicht behalten, sondern diesen mit einer Spezial-Gravur einem schwer kranken Grossenkel schenken. Ruedi weiss, dass er damit grosse Freude bereiten wird. Eine tolle Geste!
Herzlichen Dank!
Auch in diesem Jahr sorgte Urs Holzer wieder dafür, dass a l l e Teilnehmenden einen Preis nach Hause nehmen durften. Der Kleber mit dem aufgedruckten Rang verunmöglicht allfällige Falschaussagen bezüglich Abschneiden. Mit einer Flasche Wein bedankte sich der Schreibende zum Schluss beim „Jasspapst“ für die einmal mehr vorzügliche Vorbereitung und Turnierleitung und bei dessen Schwiegersohn Ralph für die neutrale Resultaterfassung. Herzlich zu verdanken ist auch der Einsatz von Rosmarie Holzer. Einmal mehr stellte sie sich zur Verfügung, allfällige „Lücken“ wegen kurzfristigen Absagen „aufzufüllen“. Die fünf Tische waren ohne sie komplett. Urs hatte aber sofort ein „Ämtli“ für sie parat.
Ohne Pizza geht es (fast) nicht!
Durchwegs „Daumen hoch“, hiess es symbolisch beim abschliessenden Pizzaschmaus. Während den Jassrunden lancierte Gespräche zu …..falschen Karten, …..unerklärlichen Abstürzen in einzelnen Durchgängen oder ….zu schlechter Tagesform konnten dabei vertieft werden. Freude herrscht auf 2026!
– Ranglistenauszug: 1. Ruedi Strüby 108.0 Punkte; 2.Kurt Gimmel 107.5; 3. Brigitte Hirter 106.5; 4. Werner Hirt 106.0; 5. Fritz Mathys 106.0; 6. Kurt Buri 102.0.
– Fotogalerie (Legende zum Podestbild: v.l. Brigitte Hirter, Ruedi Strüby, Kurt Gimmel