Tagesausflug der ETVV Bern-Mittelland Hergiswil in die Glasi

„Gläserner Ausflug“ in die Innerschweiz

-Werner Schmidiger- 38 Turnveterinnen, Turnveteranen und Begleitpersonen machten sich just zum meteorologischen Herbstbeginn auf den Weg zum „Gläsernen Ausflug“ in die Innerschweiz. Bei immer schöner werdendem Wetter stand zunächst der Besuch der „Glasi“ in Hergiswil auf dem Programm, gefolgt von einer Schifffahrt mit Mittagessen auf dem Vierwaldstättersee. Abgeschlossen wurde die Reise mit der Rückfahrt über den Brünigpass, unterbrochen durch einen Dessert-Halt in Brienz.

Als die Organisatoren Ruedi Strüby und Res Maurer Ende April 2021 den Tagesausflug ausschrieben, wussten sie noch nicht, ob „Corona“ den Abstecher in die Innerschweiz ohne grössere Einschränkungen zulassen wird. Ihr Optimismus ist nun am 1. September 2021 belohnt worden. Die stattliche Anzahl Teilnehmender führte offenbar dazu, dass sich bei der Besammlung in Bern nicht mal alle begrüsst hatten: „Jetz müesse mier da bis uf Sempach abe fahre, bis mier üs gseh“, meinte ein Turnveteran zu seinem Kameraden beim Einsteigen nach dem Kaffeehalt.

Die einzige Glashütte der Schweiz

Beim Besuch der „Glasi“ in Hergiswil wurde bei einem rund halbstündigen Rundgang im Museum VOM FEUER GEFORMT mit Bild und Ton die Geschichte des Glases und der Glasi Hergiswil erläutert. Seit 1817 wird in Hergiswil Glas gemacht, aber fast wäre es 1975 nach grossen wirtschaftlichen Problemen zur Schliessung der Glashütte Siegwart gekommen. Roberto Niederer belebte aber, zusammen mit den damaligen Glasi-Mitarbeitenden und der Gemeinde Hergiswil, die handwerkliche Tradition neu. Die schwarz-weissen Einkaufstaschen der beiden Verkaufsläden tragen übrigens heute noch seinen Namenszug. Sein Sohn, Robert, übernahm kurz vor dem Tod des Vaters (1988) die Leitung und schaffte eine einmalige Erlebniswelt rund um das Glas. Seit 2020 führt mit Leandro Niederer bereits die dritte Generation das Werk, zusammen mit rund 70 Mitarbeitenden.

Blick in die heisse Produktionsstätte

Aus sicherer Entfernung (Tribüne, hoch über den Schmelzöfen) konnte einem sichtlich geübten Team von Glasmachern beim Herstellen der Glas-Produkte zugeschaut werden. Eindrücklich, unter welchen (heissen) Bedingungen die Mitarbeitenden täglich ihrer Arbeit nachgehen! Der Lohn dafür sind wohl am ehesten die wunderbaren Kunstwerke, die dabei entstehen und in zwei Läden verkauft werden. Wegen „Corona“ ist das beliebte Kugelblasen durch Besucher (eigene Kugel herstellen) leider momentan nicht möglich.
Gläser aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, das Design der 50er Jahre, die Klassiker von Roberto Niederer und das aktuelle Hergiswiler Glas sind im Glasarchiv unter einigen hundert Gläsern aus verschiedenen Epochen ausgestellt. Wer Zeit und Lust hat, findet übrigens zusätzlich noch ein imposantes „Glas-Labyrinth“, kann die Ausstellung „Phänomenales Glas“, oder ein mechanisches Figurenspektakel (Märchen und Geschichten zum Thema Glas) besuchen. Mit dem „Glasi-Park“ (Spielplatz u.a. mit einem Quarzsandkasten – Quarz, notabene das Rohmaterial vom Glas - ) wurde auch an mögliche Familienausflüge gedacht. Der Park wird übrigens vom Glasi-Drachen „Leandro“ bewacht!

Älplermagronen auf dem "Gotthard"

Soviel vorweg: Wir waren nicht auf dem Gotthard-Pass!
Nach einer kurzen Carfahrt mit unserem „Haus-Chauffeur“ Bruno Hirsbrunner zur idyllischen, gut besuchten  Parkanlage vor dem KKL in Luzern, meine ein Turnkamerad: „Da chunnt scho fasch e chly Feriestimmig uf“. Recht hatte er. Nach kurzem Fussmarsch und einem blumigen Fototermin bei der Schiffländte  des Vierwaldstättersees wurde das Motorschiff „Gotthard“ bestiegen. Da hatte der Kapitän beim Empfang der Gäste persönlich ein „bon-mot“ auf Lager: „Ändlech dörfe mier wieder e Maske aalege“. Leinen los für die rund fünfviertelstündige Fahrt via Lido-Verkehrshaus, Hertenstein, Weggis und Vitznau zum Zielort Beckenried. Wer dabei wie viel von der wunderbaren Umgebung „inhalierte“, weiss der Schreibende nicht. Sicher genossen aber alle nach der traditionellen Gesangseinlage von  u n s e r e m Roberto  die Portion „Älplermagronen“ und das von der Gruppenkasse offerierte Glas Wein.

Heimfahrt durch das Berner Oberland

Als Bernerinnen und Berner war es fast Pflicht, die Rückreise in die Stadt Bern via das Berner Oberland anzutreten. Dabei brachte uns Bruno Hirsbrunner sicher und gekonnt über den Brünigpass zum Desserthalt nach Brienz. Auf der Sonnenterrasse des Hotel-Restaurant Weisses Kreuz wurden die Hirnzellen der Teilnehmenden aktiviert. So konnten sich (erfreulicherweise) noch fast alle daran erinnern, ob und welche Dessertvariante sie früh morgens im Car dem Reiseleiter genannt hatten. Ruedi Strüby musste dann aber trotzdem ein „Problem“ lösen. Die Serviertochter meldete nämlich, dass ein bestelltes Eiskaffee keinen Abnehmer gefunden habe. Was nun? Ganz einfach. Lösungsfindung à la Ruedi. Er ass (und bezahlte) sein zweites Eiskaffee!
Brienzer- und Thunersee in wunderschön grün-blauer Farbe als „Reisebegleiter“ entschädigten uns für den teilweise etwas stockenden Feierabendverkehr, bis wir mit nur wenig Verspätung den Ausgangspunkt in der Stadt erreichten. Anhand der zahlreichen und bereits zitierten Einkaufstaschen war beim Aussteigen unschwer zu erraten, wo sich die Gruppe an diesem schönen Mittwoch u.a. aufgehalten hatte!
Chauffeur und Organisatoren durften Lob und Dankesworte empfangen für eine tolle, abwechslungsreiche Tagesreise „Gläserner Ausflug in die Innerschweiz“.

Fotos von Andreas Lehmann

 

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