Mittwoch, 8.Oktober 2025 – Besuch des Pfeifen- und Stockmuseums in Kleinlützel
Bericht: Werner Schmidiger, Fotos Andreas Lehmann
Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. So auch an diesem Mittwochmorgen, als sich 2 Turnveteraninnen, 15 Turnveteranen und 6 Begleitpersonen auf den Weg zum ersten „Boxenstopp“ des diesjährigen Tagesausfluges machten. Bald schon breitete sich im Car der Firma Hirsbrunner gute Laune und Humor aus. Zur Witterung, und damit zur Hoffnung, meinte Res Maurer: „Mau luege, ob mier no e Nebelspalter müesse choufe“. Via Balsthal peilte Chauffeur Heinz Homberger den Passwang an und siehe da: Prächtiges Herbstwetter auf nicht ganz 1000 Meter ü.M.! Kaffee und Gipfeli wurden genossen, aber die herrliche Aussicht auf die sich verfärbenden Wälder wollte sich vor der Weiterfahrt niemand entgehen lassen. Erschwil, unterhalb des Passes gelegen, wurde bereits wieder vom Nebel „geküsst“ und ein Wechselspiel mit der Sonne begleitete uns bis nach Kleinlützel. In dieser charmanten Solothurner Enklave im Schwarzbubenland, nahe der französischen Grenze, wartete Bruno Tschan auf uns. Der Sohn des letzten Pfeifenmachers (Max Tschan) blickte einleitend kurz auf den Ursprung (1883) und die Gründungszeit der Pfeifen- und Stockfabrik (1892) zurück…..Zur „Klarstellung“: Bei den Pfeifen handelt es sich nicht um Musikinstrumente und bei den Stöcken nicht um Taktstöcke…..
Die Köpfe seien damals aus Weichselholz entstanden und die Beisser habe man mit Steinweide gedreht. Das nicht entflammbare aber wertvolle Holz stammte aus Korsika. Tschan zeigte sowohl einige Rohlinge als auch die Vielfalt der wunderschönen Pfeifen. In einem kurzen Film war sein Vater zu sehen. Darin wurden die einzelnen Arbeitsgänge erklärt.
Werkstatt als Museum
Erstaunlich war der Einblick in die Werkstatt mit allen Werkzeugen und Maschinen, die bis zur Schliessung der Fabrik benutzt worden sind. Während vier Generationen sind Pfeifen und Stöcke produziert worden, ehe der Betrieb 1970 endgültig eingestellt worden war. Man hatte das Gefühl, dass hier noch vor kurzem gearbeitet worden sei. Der grosse Raum sei bewusst im damaligen Zustand belassen worden, um den heutigen Museumsbesuchern die damalige Arbeitswelt möglichst genau zu zeigen, erklärte der 65-Jährige aus der fünften Generation Tschan, um noch zu präzisieren. „An den Drehbänken, Bohrmaschinen und Fräsen hätten jeweils drei Männer gearbeitet und für die Feinarbeit mit Schleifen und Pinseln seien ebenso viele Frauen zuständig gewesen.“ In einem kleinen Raum nebenan waren noch Spuren der Stockherstellung zu sehen. Mit Edelkastanien-Holz aus dem Wienerwald entstanden in der dritten Generation 20‘000 Stöcke pro Jahr! Kochen, brechen, waschen und beizen, hiessen die damaligen Fabrikationsschritte. Ein echtes Naturprodukt! Das heutige Motto würde wohl heissen: „Karbon statt Kondition“. Aus unterschiedlichen Gründen kauften Einige sogar einen Stock. Fredi Siegrist, der erstmals einen Tagesausflug organisierte, meinte mit einem Schmunzeln: „I ha e Haagestäcke kouft, um üsi Gruppe z’triibe“.
Und wie es mit einem allfälligen schlechten Gewissen gegenüber Rauch-Skeptikern stehe, wollte jemand wissen. „Pfeifenrauchen ist etwas aus der Mode gekommen aber der Rauch wird ja nicht eingezogen. Pfeifenrauchen ist eben Genuss-Rauchen“, meinte Bruno Tschan zum Schluss seiner interessanten Führung.
Mittagshalt in der Altstadt von Laufen
Mitten im Naherholungsgebiet am Fusse der Jurahöhen wartete im „Rathausstübli“ in Laufen ein feines Mittagessen auf uns. Es blieb genügend Zeit, um Gedanken auszutauschen und sich am frühen Nachmittag auf den Heimweg zu machen. Via Delémont und einem Durstlöscher-Abstecher „Zum grüene Aff“ in Altreu erreichten wir zeitgerecht wieder den Ausgangspunkt des schönen Tagesausfluges 2025.
Herzlichen Dank an Fredi Siegrist für die tadellose Organisation, an Andreas Lehmann für die tollen Fotos und Res Maurer für die monetären Aktivitäten.